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Wissen

Welche Rechnungen sind KSK-pflichtig?

Die KSK-Abgabepflicht trifft kreative und publizistische Leistungen — aber nicht jede Rechnung. Hier die wichtigste Abgrenzung in zwei Listen.

KSA-pflichtig

  • Texte schreiben (Werbetexte, Blog-Artikel, PR-Texte, Whitepaper)
  • Lektorat und Korrektorat
  • Übersetzungen (auch Fachübersetzungen, wenn schriftstellerisch)
  • Fotografie (Produktfotos, Eventfotos, Portraitfotos)
  • Grafikdesign (Logos, Layouts, Icons, Illustrationen)
  • Web-Design und UX/UI-Design (visuelles Konzept)
  • Illustration und Comic
  • Animation, Motion-Graphics, Storyboard
  • Komposition von Musik (auch Jingles, Funktionsmusik)
  • Tonproduktion und Mastering
  • Schauspielleistungen (Werbespots, Lehrfilme)
  • Moderation (Veranstaltung, Webinar, Podcast)
  • Buch- und Hörbuchsprecher

Nicht pflichtig

  • Reine IT-Programmierung (Backend, Datenbank, DevOps)
  • Hosting und Infrastruktur (Server, Cloud)
  • Wartung und Support für Software
  • Maklerleistungen, Vertrieb, Akquise
  • Beratungsleistungen ohne kreativen Output (Strategie, Coaching)
  • Buchhaltung, Steuerberatung, Rechtsberatung
  • Reine technische Übersetzung (z. B. Datenblätter)
  • Eventtechnik (Licht, Ton ohne kreative Konzeption)
  • Catering, Catering-Service, Bewirtung
  • Druckkosten (reine Materialleistung)

Die schwierigsten Grenzfälle

Web-Design vs. Web-Entwicklung

Visuelles Konzept und Layout sind KSA-pflichtig (Bildende Kunst). Implementierung in HTML/CSS/JSist Programmierung — nicht pflichtig. Bei einer Mischrechnung muss aufgeteilt werden. Üblich ist 60 % Design / 40 % Programmierung — mit Begründung dokumentieren.

Übersetzungen

Übersetzungen sind dann KSA-pflichtig, wenn sie schriftstellerisch sind — also z. B. Marketingtexte, Romane, Feuilleton. Reine technische Übersetzungen (Datenblätter, Bedienungsanleitungen) sind nicht pflichtig. Im Zweifel hilft die Frage: Hat der Übersetzer Gestaltungsspielraum? Wenn ja → pflichtig.

Beratung mit Output

Reine Strategie- oder Management-Beratung ist nicht KSA-pflichtig. Sobald aber ein konkretes Werk entsteht — z. B. ein Pitch-Deck, ein Whitepaper, eine Marken-Strategie als Dokument — wird es zur Grauzone. Faustregel: Sobald der Selbstständige urheberrechtlich schützenswerten Output liefert, tendiert es zur Pflichtigkeit.

Foto: Produkt vs. Reportage

Beide sind KSA-pflichtig. Auch Produktfotos sind Bildende Kunst, wenn sie inszeniert werden. Reine Massenproduktion (z. B. Auto-Pass-Fotos, Drohnenflüge zur Vermessung) kann Grauzone sein.

Moderation und Sprecher

Live-Moderation eines Events ist Darstellende Kunst — KSA-pflichtig. Ein Vortrag mit Wissensvermittlung ist hingegen Lehre — nicht pflichtig. Hörbuch- und Werbespot-Sprecher sind wieder pflichtig.

Was tun bei Unsicherheit?

Wenn Sie unsicher sind: Im Zweifel melden. Die DRV-Prüfung orientiert sich an Vollständigkeit, nicht an Untererfassung. Eine im Zweifel zu hoch angesetzte Meldung kostet 5 % zusätzliche Abgabe — eine versehentlich nicht gemeldete Rechnung kann zu Nachzahlungen mit Säumniszuschlag führen.

KSK-Pilot löst dieses Problem mit KI-Klassifizierung pro Rechnung, inklusive nachvollziehbarer Begründung. Grenzfälle werden markiert und können manuell überprüft werden.

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